Riesentropenhalle Gondwanaland

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Riesentropenhalle Gondwanaland

Das Tropenhaus setzt mit seiner Form, die an den Panzer einer Riesenschildkröte erinnert, einen neuen städtebaulichen Impuls im Leipziger Stadtbild. Die Mauerfront entlang der Pfaffendorfer Straße verankert den voluminösen Baukörper im Stadtraum. Der Vorplatz mit dem flankierenden Gebäude definiert eine klare Eingangssituation. Eine Wasserfläche wird belebendes Element des Platzes und schafft visuelle Distanz zum Bauwerk. Die Schildkröte wird von der Zoolandschaft umgeben, die förmlich in sie hineinwächst.

Über das Untergeschoss wird man durch den Kontrast zwischen hell/dunkel nahezu geheimnisvoll in die neue Tropenhalle geführt. An zentraler Stelle können die unterschiedlichen Tickets erworben werden. Eine direkte Anbindungen führt in das Tropenhaus, in die „Dark zone“ mit Bootsfahrt sowie in den Shop und das Restaurant. Die Architektursprache nimmt sich zurück. Die Hülle bietet nur einen Schutz für Flora und Fauna. Sowohl außen wie auch innen besteht die neue Halle aus Kunstfelsen, überwiegend aus modelliertem Beton. Die Landschaft im Innen- und Außenbereich verschmilzt miteinander.

Ein Thementunnel führt vom Zoo in das neue Haus. Die Durchwegung der Halle erfolgt über einen ansteigenden mäanderförmigen Weg in West- Ost- Richtung, der
gute Einsichten in die Gehege ermöglicht. „Cross viewing“ wird durch die Felslandschaft vermieden. Von den abzweigenden Pfaden und Nebenwegen aus können die
Besucher den Urwald und die Tierwelt erkunden. In enger Folge kann man unterschiedliche Lebensräume kennen lernen.
Der Raum scheint in die Umgebung hineingewachsen. Die unterirdische „pre view zone“ stimmt den Besucher emotional auf das Thema Urwald ein. Über eine Rampe gelangt er in das Basement und wird über eine Welt von bewegten Bildern, Geräuschen und Gerüchen in den Regenwald geführt. Auf einem mäanderförmigen Weg nach oben – hin zum Licht -wie alles Leben im Urwald- erlebt er mit der Pflanzenvielfalt einen weitgehend authentischen Ausschnitt des äußerst artenreichen und bedrohten Regenwaldes. Die Tiere sind die Botschafter für den natürlichen Lebensraum. Über Stege und Hängebrücken gelangt der Besucher in den Shop und krönt seine Eindrücke im Restaurant mit Blick zurück auf die tropische Flora und Fauna.

Das Highlight ist das Dach, das die Tragstruktur eines Schildkrötenpanzers darstellt. Es ist ein Flächentragwerk, das durch mehrere Folienlagen spürbar bleibt. Die Wasserflächen vor dem Haus erhöhen den Lichteinfall durch Reflexionen. Die Ausstellungszonen sind weitgehend ohne Tageslicht und zurückhaltend gestaltet. So werden gewünschte Atmosphären erzeugbar , die sich den Ausstellungsinhalten anpassen lassen- und somit ideal sind für unterschiedlichste Inszenierungen. Die ökologischen Zusammenhänge sollen sichtbar gemacht werden.